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Schnelle Trucks, schnelle Mahlzeiten
Es gibt kein freieres und verwegeneres Leben, als das eines Truckers auf den endlosen Highways, sagt Trick. In harten Männern wie Trick Trucker lebt der Geist furchtloser Pioniere vergangener Tage weiter. Aus Filmen kannte er die chromblitzenden Laster der amerikanischen Fernfahrer. Trick schmiss seinen Job als Hafenarbeiter, kratzte sein letztes Geld zusammen und machte sich als blinder Passagier auf in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Bald nannte er einen Kenworth W900 sein eigen. Daisy Di taufte er seinen rot-weißen Conventional (Laster mit langer Schnauze; Anm. d. Red.), dessen Chrom er allabendlich polierte, bis man die stählerne Schönheit nur mit einer Sonnenbrille anschauen konnte. Der Truck war sein Wohnzimmer, die Highways sein Zuhause und die Kollegen die Familie. In so mancher Keilerei musste er zuerst der verschworenen Trucker-Szene beweisen, dass er ein ganzer Kerl ist. Schnell fand er aber Freunde fürs Leben, die immer nur einen Funkruf weit weg sind. Was hat er nicht alles erlebt auf den Straßen des Westens: geplatzte Reifen in der Wüste von Neu-Mexiko, unfaire Schlägereien in dunkeln Kaschemmen, oder wütende Ehemänner, die er mit seiner Faust bremsen musste. Trick schiebt seinen speckigen Hut nach hinten und schwärmt von den Hookers, den leichten Mädchen, die sich in den Truck-Stops liebevoll um ihn kümmerten. Doch nur eine Frau respektiere er wirklich, Truck-Stop Besitzerin Gina, seine überdimensionale Perle der Prärie. Mit seinem freien, zügellosen Lebensstil machte sich Trick Trucker viele Feinde entlang der staubigen Pisten. Warum er nun wirklich aus den Staaten in seine Heimat Marpingen zurück gekehrt ist, will er nicht so recht preis geben, hüllt sich in Schweigen und den Dunst seiner filterlosen Camel. Wieder zurück in Deutschland fragten ihn die Ohrpiraten, eine Gruppe von Hörspiel-Enthusiasten, ob er nicht eine Episode aus seinem verwegenen Leben auf der Straße aufnehmen wolle. Einige Sprechstatisten wurden angeheuert und zusammen vertonten sie die Geschichte, wie Trick damals dem Gesetz auf die Sprünge half und eine Serie Truck-Diebstähle aufklärte. Für weniger als eine Handvoll Dollar verschickt Trick seine Geschichte an alle Freunde rauer Trucker-Realität. Da Trick aber noch immer rastlos ist, zieht er über die Rummelplätze und verdient sein Geld als Preisboxer. Der Dieselgeruch wird aber nie mehr aus seiner Nase weichen. Eines Tages, sagt er und blickt über den Rand seine Pilotensonnenbrille, eines Tages werde ich wieder die Pferde satteln und mir einen neue Daisy Di suchen. Er tritt seine Kippe aus und geht aus der Raststätte hinaus in die Einsamkeit. tricktrucker@gmx.de (c) oliver dietze
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